Docosatetraensäure ist ein bestimmtes Fett. Es gehört zu den „ungesättigten“ Fetten, also Fetten mit mehreren „Knickstellen“ in der Kette. Unser Körper kann so ein Fett zum Teil selbst herstellen und nutzt es als Baustein für Zellhüllen, zum Beispiel im Gehirn. In Lebensmitteln kommt Docosatetraensäure meist nur in kleinen Mengen vor, zum Beispiel in Fisch oder tierischen Produkten. Im Nährwertrechner kann sie bei manchen Lebensmitteln in der Fettsäuren-Liste auftauchen.
Was ist Docosatetraensäure genau?
Docosatetraensäure bezeichnet eine Fettsäure mit 22 Kohlenstoffatomen und 4 Doppelbindungen (Kurzschreibweise „22:4“). Im Alltag ist damit häufig die Omega-6-Variante gemeint, die auch als Adreninsäure bekannt ist.
Wie entsteht sie im Körper und wofür wird sie genutzt?
Adreninsäure entsteht im Körper typischerweise durch Kettenverlängerung aus Arachidonsäure (ebenfalls Omega-6). Sie ist Bestandteil von Membranlipiden und kommt unter anderem in Geweben wie Gehirn und Nebenniere vor. Darüber hinaus kann sie – ähnlich wie andere mehrfach ungesättigte Fettsäuren – zu biologisch aktiven Stoffwechselprodukten weiterverarbeitet werden, zum Beispiel über Cyclooxygenasen oder über Cytochrom-P450-Enzyme (dann entstehen unter anderem Epoxy-Fettsäuren).
Kommt Docosatetraensäure in Lebensmitteln vor?
Ja, aber meist in eher kleinen Mengen. In den Lebensmitteltabellen von Nährwertrechner.de taucht Docosatetraensäure als eigener Eintrag bei manchen Produkten auf, zum Beispiel bei bestimmten Fischprodukten wie geräuchertem Hering. Das ist praktisch, wenn du nicht nur „Omega-3“ oder „Omega-6“ grob betrachten willst, sondern einzelne Fettsäuren vergleichen möchtest.
Wie ordnet man das ernährungsphysiologisch ein?
Docosatetraensäure ist in der Regel kein „klassischer“ Nährstoff, für den es übliche Referenzwerte wie bei Vitaminen gibt. Für die Praxis ist meist wichtiger, wie das gesamte Fettsäuremuster aussieht, also das Verhältnis von gesättigten, einfach ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren sowie die Balance zwischen Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren. Einzelne seltenere Fettsäuren wie Docosatetraensäure können in Laborprofilen oder in Forschungszusammenhängen interessant sein, im normalen Alltag werden sie aber typischerweise nicht separat „angesteuert“.
Hinweis für die Nutzung im Nährwertrechner
Wenn du in Nährwertrechner.de ein Lebensmittel aufrufst, findest du Docosatetraensäure (falls vorhanden) in der Rubrik der Fettsäuren. Dort kannst du Mengen in Milligramm sehen und sie mit anderen langkettigen Fettsäuren wie Arachidonsäure, DHA oder DPA vergleichen. Das ist besonders hilfreich, wenn du die Fettsäuren nicht nur „summarisch“, sondern detailliert analysieren möchtest.
Quellen und Studien
Struktur, Synonyme und Einordnung als Stoffwechselprodukt: PubChem zu Adrenic Acid (Docosatetraensäure 22:4) hier. Biologischer Kontext, Entstehung aus Arachidonsäure und Gewebeverteilung: LIPID MAPS Datensatz zu Adrenic acid hier. Wissenschaftlicher Hintergrund zur Stoffwechselumwandlung (Retroconversion) von 22:4(n-6) zu Arachidonsäure: Hagve et al., 1986 (PubMed) hier. Aktuelle Forschung zu adreninsäure-abgeleiteten Epoxy-Fettsäuren: Singh et al., 2021 (ACS Omega) hier.